Außerordentliche Schüler/innen

Das Schulunterrichtsgesetz (§ 18 Abs. 9 SchUG) gibt vor, dass außerordentliche Schüler/innen unter Berücksichtigung ihrer Sprachschwierigkeiten zu beurteilen sind.

 

Sofern jedoch auf Grund von Sprachschwierigkeiten die erforderlichen Leistungen nicht

erbracht werden können, ist bei dem betreffenden Gegenstand der Vermerk „nicht beurteilt“ anzubringen (vgl. § 22 Abs.11 SchUG und § 2 Abs.7 Zeugnisformularverordnung).

Dies trifft vor allem auf Pflichtgegenstände „mit besonderer verbaler Komponente“ zu,

während etwa in Bewegung und Sport oder in Werken, aber auch bei entsprechenden

Vorkenntnissen in Englisch eine Beurteilung von Anfang an möglich sein sollte.

Eine positive Deutschnote schließt nicht aus, dass in anderen (sprachlich oft sehr

anspruchsvollen) Gegenständen nach wie vor keine Beurteilung erfolgt.

 

Schulnachricht

Am Ende des ersten Semesters erhalten schulpflichtige außerordentliche Schüler/innen genauso wie ordentliche Schüler/innen eine Schulnachricht.

 

Bei ao-Schüler/innen auf der ersten Schulstufe steht in der Schulnachricht - analog zu ihren Mitschüler/innen im o-Status - eine Gesamt-"Note": "Nicht beurteilt". (Ausnahme: Schulen/Klassen, die sich auf die Alternative Leistungsbeschreibung geeinigt haben.)

Dass dieses "Nicht beurteilt" am Ende des ersten Semesters für die ao-Kinder nicht ermutigend ist, liegt auf der Hand. Der gesetzliche Rahmen lässt zur Zeit leider nichts anderes zu. ABER: DaZ-Lehrer/innen können eine "DaZ-Urkunde" ausfüllen und diese den ao-Schüler/innen überreichen. Sie ist kein offiziell anerkanntes Dokument, aber eine ermutigende und wertschätzende Rückmeldung für das Kind. >> DaZ-Urkunde>>

 

 

Schulbesuchsbestätigung

Am Ende des Unterrichtsjahres bzw. bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus der Schule bekommen schulpflichtige außerordentliche Schüler/innen eine Schulbesuchs-bestätigung, die wie ein Zeugnis auf Unterdruckpapier auszustellen ist. Wo es Sinn macht und möglich ist, soll die Schulnachricht bzw. die Schulbesuchsbestätigung Noten enthalten. In jenen Pflichtgegenständen, in denen die Lehrplananforderungen (noch) nicht erfüllt werden können, sind die Schüler/innen jedoch nicht zu beurteilen („Nicht beurteilt“). Hingegen wird eine Beurteilung z. B. in Bewegung und Sport, Musikerziehung oder Werken u. Ä. von Anfang an möglich sein.

 

Übernahme in den ordentlichen Status

In Bezug auf den Zeitpunkt der Übernahme in den ordentlichen Status ist festzuhalten, dass auch am Ende des zweiten außerordentlichen Schuljahres der Schülerin bzw. dem Schüler noch eine Schulbesuchsbestätigung ausgestellt werden kann. Allerdings ist es auch möglich, die Schülerin bzw. den Schüler mit Ende des Schuljahres in den ordentlichen Status zu übernehmen, was die Ausstellung eines Zeugnisses zur Folge hat. Hier ist im Einzelfall nach pädagogischen Maßstäben zu entscheiden, welche Möglichkeit sinnvoller ist.