Elternabende

Migrant:innen mit schlechten Deutschkenntnissen können an Elternabenden oder Gesprächskreisen nur teilnehmen, wenn für sie gedolmetscht wird (z.B. in so genannten "Murmelgruppen"). In diesem Fall ist es von Vorteil, wenn die Lehrer:innen möglichst langsam sprechen und die übersetzende Person im Vorhinein über die zentralen Inhalte der Veranstaltung informiert wird.

 

Manchmal ist es auch sinnvoll, Elternabende nur für Migrant:innen anzubieten. In diesem Rahmen können die Eltern miteinander und mit den Lehrer:innen über Fragen der Kindererziehung in Familie und Schule diskutieren. Dabei können auch kontroverse Themen wie ungesunde Ernährung oder Missachtung der Autorität der Lehrer:innen durch manche Buben (die Frauen nicht achten, weil diese in ihrer Herkunftskultur einen geringen Stellenwert haben) angesprochen werden.

 

Ferner können z.B. die individuelle Migrationsgeschichte, die Lebenssituation in Österreich und die eigene Identitätsentwicklung reflektiert werden. Oder es werden Informationen über das österreichische Bildungssystem, psychosoziale Dienste, Sozialleistungen, das Ausländerrecht u.Ä. weitergegeben. Dazu können auch externe Fachleute eingeladen werden.

 

Tipps und Themenvorschläge für Elternabende:

  •   Verständlichkeit gewährleisten (Übersetzungshilfen)
  • „Murmelgruppen“: Ein/e DolmetscherIn übersetzt die Lehrperson leise.
  • „Tagesordnung“ ausgeben, um eine Vorbereitung zu ermöglichen
  • Kontakte zwischen deutsch- und anderssprachigen Eltern fördern (Zeit und Raum dafür geben)

 

Themenvorschläge:

  • "Interkulturelle Pädagogik - eine Chance für mein Kind": An diesem Elternabend stehen die relevanten Erziehungsziele und deren Umsetzung zur Diskussion. Hier kann auch den deutschen Eltern die Angst genommen werden, dass ihre Kinder benachteiligt würden.
  • "Förderung der Mehrsprachigkeit in der Schule“: Lehrer:innen stellen die (spielerischen und ganzheitlichen) Fördermaßnahmen in Bezug auf die Sprachkompetenz aller Kinder vor: Auf welche Weise erlernen Kinder mit deutscher Muttersprache eine Zweitsprache? Wie wird Migrantenkindern die deutsche Sprache vermittelt?
  • "Spiele und Lieder meiner Kindheit": Ein Elternabend zur Intensivierung des Kontakts zwischen österreichischen und Migranteneltern. Ein Paarinterview könnte den Abend eröffnen. Jeweils zwei Eltern interviewen einander mithilfe eines Fragebogens über ihre Kindheit. Danach stellen sie ihre/n Partner/in der Gesamtgruppe vor. Im nachfolgenden Gespräch wird deutlich, wie unterschiedlich Kindheit in verschiedenen Kulturen erlebt wird und wie sich die eigene Kindheit von der heutigen unterscheidet. Im weiteren Verlauf können die Eltern einander Lieder und Spiele aus ihrer Kindheit präsentieren, wobei die Lieder auch in der Herkunftssprache vorgesungen werden können. Abschließend werden die Eltern eingeladen, an einem Tag in die Schule zu kommen, um den Kindern diese Lieder und Spiele beizubringen oder sie zu Hause bei den eigenen Kindern einzusetzen.

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Literatur siehe -> Rubriktext "Elternarbeit"