In dieser Rubrik finden Sie oft gestellte Fragen und Antworten.

(Liste wird fortlaufend ergänzt.)

DaZ-Schüler/innen sprechen nach der Beendigung des ao-Status relativ gut Deutsch. Die schriftlichen Leistungen hingegen fallen bei vielen im Vergleich dazu deutlich ab, was die Beurteilung der Tests und Schularbeiten sehr schwierig macht. Wie ist das zu erklären?

Hier können Sie die Hintergründe nachlesen: Alltagssprache-Bildungssprache.

 

 

Dürfen Schularbeiten und Tests differenzierte Aufgabenstellungen haben?

Die LBVO schließt diese Möglichkeit aus, aber die gesetzlichen Grundlagen für Schüler/innen mit anderen Erstsprachen geben Anhaltspunkte, die auf die Möglichkeit einer Differenzierung hinweisen. Näheres hier >>

 

 

Kann der DaZ-Unterricht von jeder Lehrperson durchgeführt werden?

Im Sinne der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung ist Sorge zu tragen, dass die Deutschförderklassen und -kurse nur von dafür qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt werden, die zum Thema Deutsch als Zweitsprache nachweislich eine Aus-, Fort- oder Weiterbildung absolviert haben bzw. aktuell eine solche absolvieren. Die Anerkennung von Qualifikationen erfolgt durch den anstellenden Dienstgeber.

(Pädagogischer Erlass zur Umsetzung sowie Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Sprachförderkurse/ Sprachstartgruppen, 05.09.2016).

 

 

Lehrerwechsel?

Es ist zu achten, dass im Sinne eines kontinuierlichen Kompetenzaufbaus die einzelnen Schülerinnen und Schüler in der DaZ-Förderung von ein- und derselben Lehrperson unterrichtet werden. 

(Pädagogischer Erlass zur Umsetzung sowie Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Sprachförderkurse/ Sprachstartgruppen, 05.09.2016).

 

 

Klassenbucheintrag von DaZ-Lehrer/innen?

Ein Eintrag ins Klassenbuch braucht nicht zu erfolgen, da es ja kein Angebot an die Klasse ist, sondern nur einzelne Kinder betrifft (vergleichbar mit Sprachheilunterricht, Beratungslehrereinsatz usw.). Es gibt keine Vorgabe der Schulaufsicht hinsichtlich Klassenbuchführung, die sich auf andere Lehrer/innen als auf Klassen- und Fachlehrer/innen bezieht.  Bei den mobilen Lehrer/innen reicht eine ausführliche Unterrichtsplanung pro Kind/Gruppe.

 

 

Dürfen DFKL- bzw. DFKU-Stunden für Supplierungen verwendet werden?

Stunden, die den Lehrkräften für eine DFKL/einen DFKU zur Verfügung stehen, dürfen nicht zugunsten anderer Aufgaben der Lehrpersonen (etwa Supplierungen) entfallen.

(Pädagogischer Erlass zur Umsetzung sowie Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Sprachförderkurse/ Sprachstartgruppen, 05.09.2016)

 

 

Wie sind ao-Schüler/innen einzustufen?

In der Regel sind sie altersgemäß einzustufen. Wenn es pädagogisch sinnvoll ist, ist eine Rückstufung um ein Jahr empfehlenswert.

http://www.schule-mehrsprachig.at/fileadmin/schule_mehrsprachig/redaktion/hintergrundinfo/info1-16-17.pdf S. 9

 

 

Wann beginnt der ao-Status zu laufen?

Die Frist beginnt mit dem Monat, in dem der/die Schüler/in in die Schule aufgenommen wird, zu laufen. Wird ein Kind z. B. im November 2017 (oder im Oktober, Jänner usw.) aufgenommen, kann es maximal bis November 2019 im ao-Status geführt werden. Im Fall einer Aufnahme während des 2. Semesters beginnt die Frist erst mit dem folgenden 1. September zu laufen.http://www.schule-mehrsprachig.at/fileadmin/schule_mehrsprachig/redaktion/hintergrundinfo/info1-16-17.pdfS. 9

Was ist, wenn ein/e ao. Schüler/in vorübergehend für einen Auslandsaufenthalt das Schulsystem in Österreich verlässt und nach einiger Zeit wieder zurückkehrt?

Da sich die Bestimmung des ao. Status nur auf den Schulbesuch in Österreich bezieht, ist davon auszugehen, dass bei einem Auslandsschulbesuch die 2-Jahres-Frist unterbrochen wird und bei der Rückkehr der Schüler weiterläuft. Dafür, dass die Frist bei einer Rückkehr neu zu laufen beginnt, gibt es im Gesetz keinen Anhaltspunkt. Die 2-Jahres-Frist richtet sich demnach nach der tatsächlichen Dauer des Schulbesuchs in Österreich (unabhängig von allfälligen Unterbrechungen durch einen Auslandsschulbesuch).

Dürfen Schüler/innen vom o-Status in den ao-Status zurückversetzt werden?
Nein. Sobald eine Schülerin bzw. ein Schüler in den ordentlichen Status übernommen wurde, ist eine Rückversetzung in den außerordentlichen Status nicht mehr möglich.
Können Schüler/innen mit SPF im ao-Status geführt werden?
Ja, sofern § 4 Abs. 2 lit. a SchUG auf sie zutrifft:
"Der allgemeinen Schulpflicht unterliegende Kinder sind nur dann als außerordentliche Schüler aufzunehmen, wenn ihre Aufnahme als ordentliche Schüler wegen mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache nicht zulässig ist."

Ist ein Widerspruchsrecht gegen ao./o.-Status möglich?
Ja, die gesetzliche Grundlage dafür lautet SchUG §70 Abs. 1 lit.a
−Entscheidung über ao./o.-Status kann seitens Schule schriftlich oder mündlich mitgeteilt werden
−Einforderung der schriftlichen Entscheidung innerhalb einer Woche möglich
−Widerspruchsrecht gegen die Aufnahme als ao-Schüler/in (oder o.-Schüler/in) – Einbringung bei Schulleitung
−Behörde erster Instanz (LSR/SSR bzw. Bildungsdirektion) prüft und entscheidet
−Gegen die Entscheidung des SSR/LSR bzw. der Bildungsdirektion kann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingebracht werden

Ist der Einsatz von Sprachstandsdiagnoseinstrumenten verpflichtend?

Mit dem  pädagogischen Erlass des BMB zur Qualitätsentwicklung und Qualitäts-sicherung der Sprachförderkurse / Sprachstartgruppen  vom September 2016  besteht eine Verpflichtung zum Einsatz von Diagnose- und Förderinstrumenten. Das Bundesministerium für Bildung empfiehlt den Einsatz von USB DaZ in der Sprachstandsbeobachtung für alle Schulstufen. 

 https://www.bimm.at/themenplattform/wp-content/uploads/2016/01/erlass.pdf

 

Für die DaZ-Lehrer/innen in Kärnten gilt im Schuljahr 2018/19  siehe >>weiterlesen>>.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie auf der website des BMB:

http://www.schule-mehrsprachig.at/index.php?id=397